Charlie Bertsch (cbertsch) wrote,
Charlie Bertsch
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Zwischen Worte und Wörter

I'm reading Gottlob Frege for the first time. I had imagined that it would be difficult going. But I'm pleasantly surprised at the clarity and concision of his prose. It's considerably easier on the mental ear than that of John Searle, who named a dog after him, and exceeds that of Ludwig Wittgenstein in what I will call, perhaps unfairly, its "Anglo-American" directness:
Wenn man in her gewöhnlichen Weise Worte gebraucht, so ist das, wovon man sprechen will, deren Bedeutung. Es kann aber auch vorkommen, daß man von den Worten selbst oder von ihrem Sinne reden will. Jenes geschieht z.B., wenn man die Worte eines anderen in gerader Rede anführt. Die eigenen Worte bedeuten dann zunächst die Worte des anderen, und erst diese haben die gewöhnliche Bedeutung. Wir haben dann Zeichen von Zeichen. In der Schrift schließt man in diesem Falle die Wortbilder in Anführungszeichen ein. Es darf also ein in Anführungszeichen stehendes Wortbild nicht in der gewöhnlichen Bedeutung genommen werden.

Wenn man von dem Sinne eines Ausdrucks ,A' reden will, so kann man dies einfach durch die Wendung ,der Sinn des Ausdrucks ,A". In der ungeraden Rede spricht man von dem Sinne z.B. der Redes eines andern. Es ist daraus klar, daß auch in dieser Redeweise die Worte nicht ihre gewöhnliche Bedeutung haben, sondern das bedeuten, was gewöhnlich ihr Sinn ist. Um einen kurzen Ausdruck zu haben, wollen wir sagen: die Wörter werden in der ungeraden Rede ungerade gebraucht oder haben ihre ungerade Bedeutung. Wir unterscheiden demnach die gewöhnliche Bedeutung eines Wortes von seiner ungeraden und seinen gewöhnlichen Sinn von seinem ungeraden Sinne. Die ungerade Bedeutung eines Wortes is also sein gewöhnlicher Sinn. Solche Ausnahmen muß man immer im Auge behalten, wenn man die Verknüpfungsweise von Zeichen, Sinn und Bedeutung im einzelnen Falle richtig auffassen will.
I wish I'd had this passage at my disposal when I taught my graduate course on "Ordinary and Extraordinary Language" back in the spring of 2002, because Frege does a better job of explaining the distinction between conventional and exceptional usage than anyone I've read. Oh, and I'll buy a beer for anyone who is willing to join me in making the daring leap between the sort of "Ausnahmen" that Frege invokes here and the sort that appear in Carl Schmitt's Political Theology and the Giorgio Agamben texts that play off of Schmitt's argument. I'm making my way to a place that's good, even if the topography looks to be rather imposing.
Tags: commonplace book, language, theory
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